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20. – 21. Jahrhundert

Auch nach der Schließung des Klosters wurde die Tradition der Kalvarien fortgesetzt. Zahlreiche Pilgergruppen besuchten die Kalvarien und um die Wende zum 20. Jh. ist der Kreuzweg noch berühmter geworden. Das im 18. Jh. gebaute Ensemble aus der Kirche, dem Kloster und 35 Stationen des Leidenswegs Christi hat sich bis zum Jahre 1962 nicht viel geändert, bis eines Nachts auf Anweisung der sowjetischen Obrigkeit die Kreuzwegkapellen (außer vier, die in der Nähe der Kirche standen) gesprengt und 1963 endgültig zerstört wurden. Etwas früher wurde auch die hinter der Grünen Brücke stehende Kapelle mit der Statue des das Kreuz tragenden Christi, die lange Jahre als Wegweiser für die Pilger gedient hatte, zerstört.

Im Jahre 1990 nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens wurde begonnen, die Kapellen aufzubauen. Viele Gläubigen unterstützten die Initiative durch ihre Spenden. Unter der Leitung der Pfarrer Julius Baltušis, Raimundas Varaneckas, Kęstutis Latoža wurden im Laufe von zwölf Jahren 16 Kapellen aus Stein, 7 hölzerne Tore und ein steinernes Tor sowie die Brücke über den Cedron-Bach aufgebaut und am Pfingstensonntag 2002 feierlich eingeweiht.

Die Kalvarien von Vilnius unterscheiden sich von anderen ähnlichen Ensembles durch ihre eigenartige subtile Komposition. Die malerische Natur des „Gebetsgartens“ verbindet sich mit der einfachen aber eindrucksvollen Architektur. Das unikale Merkmal dieses Ensembles ist ihre Verbindung zum architektonischen und sakralen Raum der Stadt Vilnius sowie zum Bistum von Vilnius. Heute sind die Kalvarien von Vilnius ein Teil des regionalen Parks von Verkiai.

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