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Geschichte

Die im 17. Jh. entstandenen Kalvarien sind seit langer Zeit ein berühmter Anziehungspunkt für Tausende von Pilgern. In Verkiai, nicht weit von Vilnius, wurde beschlossen die Kalvarien als Dank an Gott für den Sieg über die russische Armee zu gründen. Die Kalvarien folgten exakt dem Vorbild des Kreuzweges von Jerusalem, damit die Pilger, die keine Möglichkeit haben, ins Heilige Land zu reisen, in Fußstapfen Christi treten könnten.

Die Kalvarien wurden auf die Idee des Bischofs Jerzy Bialozaras gebaut, er war auch Fundator der Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes. Später (1662 - 1669) kümmerte sich um den Bau der Kirche sein Amtsnachfolger Bischof Alexander Sapiega. 1668 beauftragte er die Dominikaner von Vilnius für die Kalvarien von Verkiai und für die Pilger zu sorgen. Am 9. Juni 1669, am Pfingstensonntag, wurde die Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes feierlich eingeweiht.

1675 übergab der neue Bischof von Vilnius Mikalojus Pacas die Kalvarien den Dominikanern-Observanten aus Warschau. In demselben Jahr vernichtete der große Brand die hölzerne Kirche, das Kloster und das ganze Ensemble der Kalvarien. Im Jahre 1700 haben die Mönche neue steinerne Kirche gebaut. 1755 wurde das ganze Ensemble den Dominikanern des Konvents des Heiligen Geistes übergeben. Auf ihre Initiative wurde die Kirche umgebaut und 20 neue Kapellen aus Stein gebaut. 1772 wurde die Kirche vom Vilniusser Bischof Tomas Zenkevicius eingeweiht.

1812 besetzten die Kirche und das Kloster die französischen Soldaten. Die Kirche wurde stark durch den Brand beschädigt, viele wichtige Dokumente über die Geschichte dieses Ortes sind verlorengegangen. Nach dem Napoleonkrieg wurden alle Kapellen restauriert. Im Jahre 1863 wurde “Der Führer durch die Kalvarien von Vilnius” herausgegeben, den die Pilger gern benutzten.

1850 hat die Zarenregierung das Dominikanerkloster von Verkiai geschlossen, die Mönche übersiedelten sich ins Kloster von Trakai. Nach der Schließung des Klosters hörten die Wallfahrten nicht auf. Am Ende des 19. Jhs. und im 20 Jh. ist die Zahl der Wallfahrer rapide gewachsen.

Das im 19. Jh. aus der Kirche, dem Kloster und 35 Stationen des Leidensweges Christi geschaffene Ensemble hat sich bis zur Sowjetzeit fast unverändert geblieben. 1962 wurden die Kapellen auf Anweisung der sowjetischen Obrigkeit gesprengt; nur vier blieben stehen. 1963 wurden die Kapellen endgültig zerstört.

Nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens, begann man die Kapellen wiederaufzubauen. 12 Jahre lang dauerten die Restaurationsarbeiten. Die feierliche Einweihung der Kapellen erfolgte am Pfingstensonntag 2002.

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